Erzähl-Literatur

Eine einsame Frau in einer Welt zwischen Traum und Wirklichkeit

FRAU SHIBATAS GENIALE IDEE

Erzähl-Literatur

Rezensionsexemplar – Hörbuch

Frau Shibata hat eines Tages genug davon ihre Kollegen mit Kaffee zu versorgen, ihnen hinterherzuräumen und sich alleine um alle Büroarbeiten zu kümmern. Sie behauptet von einen Tag auf den anderen einfach, sie sei schwanger. Und plötzlich achten Ihre Kollegen auf sie, nehmen Rücksicht und lassen sie pünktlich nach Hause gehen, manchmal sogar früher. Nach und nach wird Frau Shibata aber klar, was ihre Behauptung für Folgen hat: Sie stopft sich die Kleidung aus, lädt sich eine Schwangerschafts-App aufs Handy, sucht einen Namen für das Ungeborene aus und beantwortet jede Menge Fragen. Doch wie lange geht das wirklich gut?

Die Autorin, Emi Yagi erschuf mit diesem Roman eine sehr einsame Frau, die niemandem hat, dem sie sich anvertrauen kann und mit dem sie reden kann. Sie lebt mehr und mehr in einer Traumwelt, lernt „Gleichgesinnte“ (also wirklich Schwangere) kennen und meint, dass sie wirklich schwanger ist. Sie achtet auf ihre Ernährung, sie badet regelmäßig und achtet auf sich.

Trotzdem kam mir Frau Shibata mit Ihrem Handeln und Denken sehr kindlich vor. Sie lebt nur in den Moment hinein und denkt nicht an Folgen ihrer Taten. Zum Beispiel Denkt sie garnicht daran, dass der Bauch bei einer Schwangerschaft wegen des größer werdenden Kindes wächst. Erst als ihre Kollegen verstohlen auf ihren Bauch schauen, wird ihr dies bewusst und sie stopft ihn aus. Diese Kindlichkeit wurde durch die ruhige, leicht einschläfernde Stimme von Maren Ulrich, der Leserin verstärkt. Diese passte perfekt zu der Protagonistin und dem Buch!

Der Humor dieses Buches hat mir unglaublich gut gefallen, die ganze Geschichte um Frau Shibata (die übrigens während des gesamten Buches nur so angesprochen wird. Oder auch mit einer Verniedlichung desselbigen) ist wirklich genial und sehr real.

Die Einsamkeit von Frau Shibata wird zum Jahreswechsel besonders klar, denn da besucht sie ihre Eltern in deren Haus und nächtigt bei Ihnen. Die kühle, desinteressierte und gleichgültige Art, mit der sich die Familie umgibt ist wirklich erschreckend.

Insgesamt eine ganz klare Hörempfehlung an alle, die einen amüsanten Roman hören wollen.

Vorsicht: Das Buch hat ein offenes Ende. Allen, denen ein Buch-Abschluss wichtig ist, rate ich von „Frau Shibatas geniale Idee“ ab.

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