Erzähl-Literatur

Sympathisch unsympathischer, alter Mann

BARBARA STIRBT NICHT

Roman

Rezensionsexemplar

Herr Schmidt ist ein älterer, schrulliger Mann, der von heute auf morgen plötzlich den Haushalt regeln muss. Ab dem ersten Moment ist er mit dieser Sache überfordert, schließlich hatte sich seine Frau, Barbara bisher immer um alles gekümmert: Jeden Morgen wurde er durch den Duft von frisch gebrühtem Kaffee geweckt. Und das Frühstück stand bereit, sobald er das Esszimmer betrat. Doch nun ist Barbara krank und verlässt nicht mehr das Bett. Und Herr Schmidt beginnt kochen zu lernen und ganz nebenbei die bisher selbstverständlichen Arbeiten wertzuschätzen.

Der Protagonist, der übrigens fast durchgehend bei seinem Nachnamen genannt wird, ist mir auf ganz sympathische Weise unsympathisch. Seine direkt, oft unfreundliche Art gefiel mir irgendwie. Nicht selten musste ich vor mich hin kichern. Innerhalb weniger Tage hatte ich diesen Page-Turner durch gelesen. Obwohl die Geschichte ohne stark steigendem Spannungsbogen vor sich hin plätschert.

Die Autorin, Alina Bronsky beschreibt den überforderten Mann bei einfachsten Dingen und lässt einen seinen Alltag aus Erzähler-Perspektive miterleben. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und einfach. Die Figuren in dem Buch sind für mich gut beschrieben, sodass mein Kopfkino nicht aufhörte den Film zum Buch abzuspielen.

Hinter Witz und Humor steckt eine tiefe Wahrheit und Bitterkeit, denn auch wenn scheinbar alles glatt läuft, ist dies nur zum Schein: Geheimnisse und Probleme bleiben nicht aus. Und hinter einer harten Schale steckt doch irgendwo ein weicher Kern.

Es war mein erster Bronsky-Roman, sicher, gaaanz sicher jedoch nicht mein letzter. 

Sollte das Buch dein Interesse geweckt haben, kannst du hier gerne die Leseprobe lesen. Dazu einfach auf das Link-Symbol klicken:

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