Erzähl-Literatur

Bildhafter Schreibstil mit starken Figuren

UNTER WASSER NACHT

Literatur, Fiktion

Rezensionsexemplar

Am 15. Februar erscheint dieser Roman im Hanse Literaturverlag.

Der Roman handelt von zwei Familien, die in ihren Häusern auf einem gemeinsamen Hof leben. Die eine hat zwei Kinder, die andere hatte einen Sohn. Dieser ist durch ungeklärte Umstände in dem nahegelegenen Fluss, der Elbe gestorben. Zwietracht, Neid, Schmerz und viele ungesagte Sätze schweben zwischen den einstigen Freunden und scheinen kein Ende zu finden. Bis eine bisher unbekannte Frau auftaucht und Interesse an der Geschichte zeigt.

Für mich war die Autorin Susanne Kliem, die diesen Roman unter dem Pseudonym Kristina Hauff veröffentlicht hatte, neu. Unter ihrem echten Namen schreibt sie erfolgeiche Kriminalromane. Immer wieder sickert dieses Genre in „Unte Wasser Nacht“ durch und erinnert mich immer wieder an die Vestickungen in einem Thriller.

Das Cover hat mich nicht sofort angesprochen, erst nachdem ich es ein paar Mal gesehen hatte, hat mich der majestätische Reiher zum Lesen der Probe ermutigt. Ich lege viel wert darauf, dass die Details auf dem Cover zum Inhalt passen und wurde in diesem Aspekt leider enttäuscht. De Fluss spielt wegen des Todes des einen Sohns eine goße Rolle, ein Reiher wird nie erwähnt.

Die Handlung des Buches passt sich der Landschaft perfekt an: Das Wendland in Niedersachsen ist dünn besiedelt und trotzdem tut sich dort einiges. Die Autorin erklärte in einem Interview: „Man findet Idylle, Landwirtschaft, Dörfer, doch die Benennung von Gorleben als Standort für ein „Nukleares Entsorgungszentrum“ hat die Idylle aus ihrem Dornröschenschlaf gerissen. Seitdem brodelte es. Ganz unterschiedliche Bevölkerungsgruppen haben sich im Kampf gegen das Endlager vernetzt, Landwirte demonstrieren mit AKW-Gegnern, für Künstler wurde es ein attraktiver Ort. Diese bunte, kreative Mischung spiegelt sich in der Romanwelt wider: Drei meiner Hauptfiguren stammen aus dem Wendland, sie wuchsen mit dem Protest auf und sind durch ihn geprägt.“ Im Buch spielt der Fluss, Elbe ene zentrale Rolle. In meiner Heimatstadt, Passau in Niederbayern fließen gleich drei Flüsse zusammen und sobald ich das Wort „Fluss“ lese, ist mein Interesse geweckt.

Anders als in so manch anderen Geschichten, wurde ich mit den erwachsenen Hauptpersonen nicht gleich warm. Dies liegt hauptsächlich wohl daran, dass diese veschlossen, kalt und unnahbar zu sein scheinen. Dies ändert sich jedoch im Laufe des Buches, desto mehr man über die Personen erfährt.

Kristina Hauff wählt einen sehr angenehmen Schreibstil, die Perspektive wechselt immer wieder zwischen den Hauptpersonen. Das gefällt mir sehr gut und hat mir beim „warm werden“ geholfen.

Insgesamt finde ich das Buch absolut gelungen und freue mich auf weitere Literatur-Höhepunkte der Autorin.

Ich empfehle das Buch allen Thriller-Fans, die Lust auf etwas leichteres haben und allen, die sich nach scheinbarer Idylle sehnen.

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