Erzähl-Literatur

Familie Flynn: Chaotisch, verrückt und liebenswert

VERLORENE SCHÄFCHEN

Roman

Gebundenes Buch (Rezensionsexemplar)

Die Familie Flynn wirkt auf den ersten Blick wie das perfekte Vorstadtbild: Mutter, Vater und drei Töchter, die sonntags gemeinsam in die Kirche gehen. Doch hinter dieser Fassade steckt ein Chaos aus Krisen und Geheimnissen. Catherine, die Mutter, befindet sich in einer tiefen Sinnkrise und beschließt, ihre Ehe zu öffnen, was die Spannungen in der Familie noch verstärkt. Während sie sich dem Nachbarn zuwendet, lebt ihr Ehemann Bud vorübergehend in der Garage seines Autos und sucht Zuflucht in einer Selbsthilfegruppe namens „Die Verlorenen Schäfchen“, die eher nach einer Sekte klingt. Die drei Töchter – Harper, Louise und Abigail – sind alle auf ihre eigene Art mit Problemen beschäftigt: Harper ist überzeugt, dass sie einer großen Verschwörung auf der Spur ist, Louise kämpft mit einer komplizierten Beziehung zu einem fundamentalistischen Online-Lover, und Abigail datet den mysteriösen Kriegsverbrecher Wes.

All diese Fäden laufen bei einem zwielichtigen Milliardär zusammen, der die Familienmitglieder auf unterschiedlichste Weise in seinen Bann zieht. Während die Familie versucht, ihren Weg durch das Chaos zu finden, geraten sie immer tiefer in eine Reihe von verrückten und gefährlichen Situationen, die ihre Grenzen auf die Probe stellen.

Weder das Cover, noch der Klappentext verraten viel über den Inhalt des Buches. Doch schon mit den ersten Zeilen bin ich mitten in der Geschichte und in Father Andrews Kirche: Amüsant, locker, leicht zu lesen.

Die Geschichte wird aus mehren Perspektiven erzählt, wodurch der „Gesamtblick“ auf die Zusammenhänge und das gesamte Ausmaß verstärkt wird. Der Anzahl der Protagonisten ist deshalb höher als bei anderen Roman vielleicht üblich. Jedoch bleibt die Zahl der Nebenfiguren recht gering.

Durch die wechselnden Perspektiven kommt es zu dem zu einer Abwechslung beim Lesen. Die Familienmitglieder der Familie Flynn waren mir mal mehr und mal weniger sympathischer. Je nachdem, in welcher Situation sie sich gerade befanden. Und je nachdem welche Entscheidung sie oder er gerade trafen. Insgesamt konnte ich mit jedem sympathisieren.

Der Spannungsbogen entsteht durch die Neugierde und den eingebauten Witz: Das Buch hat mich immer wieder zum Lachen gebracht. Entweder weil die Situation irre komisch war, weil die Figur wunderbar nachvollziehbar gehandelt oder weil ihre Gedankengänge so offen waren.

Inmitten des Witzes wechselt die Stimmung plötzlich in den Ernst des Lebens: Ehekrise, Probleme im Teenager-Leben, wilde Theorien, überdurchschnittliche Intelligenz und Vertuschungen. Jedes Familienmitglied kämpft mit dem Alltag des Lebens und sucht Nähe.

Madeline Cash ist ein wunderbarer Mix aus Witz, Ernsthaftigkeit, Chaos und Krimi gelungen, den ich Lesefreunden sehr empfehle!

VERLORENE SCHÄFCHEN

Originaltitel: Lost Lambs

Erscheinungsdatum: 13. Mai 2026

Autorin: Madeline Cash

Übersetzt von: Sophie Zeitz

Verlag: Penguin

Seitenanzahl: 320 Seiten 

ISBN: 978-3-328-60451-8

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